Neue musikalische Wirklichkeiten

Funktionalisierung von Musik in der Erlebnisgesellschaft

Eckhard Gropp†



Abstract

Musik ist zu einem zentralen Parameter von Lebensstil-Definitionen geworden. Sie dient ubiquitär als prägendes Mittel der Emotionalisierung, Ästhetisierung, Sakralisierung, Alltags- und Event-Gestaltung. Während sich die Musikwissenschaft bislang mit Beschreibungen bzw. Analysen dieser veränderten Konstellationen noch weitgehend zurückgehalten hat, wendet sich die vorliegende Untersuchung zielsicher diesen mannigfaltigen Verflechtungen der Musik mit dem soziokulturellen Umfeld der postmodernen ‚Erlebnisgesellschaft’ zu. Die eingehenden Betrachtungen eines variantenreichen Quellenmaterials zur Präsentation von Musik in Hörfunk, Fernsehen, Live-Events und Alltagssituationen führen dabei zu einer breiten und unvoreingenommenen Bestandsaufnahme der engen Korrelationen zwischen musikalischen Phänomenen und gesellschaftlichen Tendenzen. Diese Beobachtungen werden durch Einblicke in soziologische, philosophische und medientheoretische Ansätze sowie durch zahlreiche Experten-Interviews des Verfassers mit Verantwortlichen aus den Bereichen der Medien und der Werbung ergänzt. – Obwohl diese Studie bereits im Jahre 2002 abgeschlossen worden ist, haben sich ihre Ergebnisse für die nachfolgenden Entwicklungen als derart aussagekräftig erwiesen, dass sie auch fünf Jahr später kaum an Aktualität eingebüßt hat und deshalb immer noch verdient, der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.


Autor

1970 in Dortmund geboren; Klavierunterricht in Dortmund und Hannover; Studium der Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum; Gremienarbeit und Durchführung von studentischen Arbeitsgruppen; 1995 Magisterprüfung; Vorträge, Lehraufträge, Veröffentlichung zahlreicher Aufsätze und Programmtexte, Buch-Veröffentlichungen; seit 1992 journalistische Tätigkeit vor allem beim Westdeutschen Rundfunk Köln als Autor bzw. Moderator für die Sendungen „Musikszene”, „Zwischentöne”, „Musikpassagen” und „Papageno – Musik für Kinder”; Tätigkeit für die Abteilung „Veranstaltungsmanagement” des WDR; regelmäßig Autor für die Neue Musikzeitung (nmz) in Regensburg; seit 1998 Mitarbeiter im Team des Medienlaboratoriums am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Bonn. – Im Juni 2002 ist Eckhard Gropp wenige Wochen nach dem erfolgreichen Abschluss seines Promotionsverfahrens einer plötzlich aufgetretenen schweren Krankheit erlegen.


Bibliographische Angaben

Eckhard Gropp: Neue musikalische Wirklichkeiten. Funktionalisierungen von Musik in der Erlebnisgesellschaft, Stuttgart 2007 (Monolithographien III, hg. v. E. Fischer), 240 S.

ISBN 3-515-07781-2 – € 48,– / sFR 81,60